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Hugo Häring – Geburtstag 2018

Wieder mal ein Geburtstag, diesmal von Hugo Häring.
136 Jahre alt wäre er heute geworden.

Hugo Häring war der Sekretär und Mitbegründer der, na klar, Architektenvereinigung “Der Ring” und hatte in frühen Jahren ein Arbeitszimmer im Büro von Mies van der Rohe – noch vor dessen Weltruhm.

Seine Zeilen hier in der “Großsiedlung Siemensstadt (Ringsiedlung)” werden von Besuchern oft als die schönsten benannt. Das ist, auf Nachfrage, der warmen Farbgebung und der belebten Frontgestaltung geschuldet.
Der Sinn der Rundbalkone wird denn auch immer gerne hinterfragt. Der Architekt dazu: “Die Form entspricht der Absicht, einerseits die Balkone möglichst weit herauszustrecken, andererseits den dadurch entstehenden Schatten zu verringern. Jeder Balkon ist vom Wohnraum aus zugänglich, schwingt aber vor der Küche aus. Die Fläche ist so bemessen, daß eine Liege und ein Tisch mit drei Stühlen Platz finden können.”
Bei dieser vorgegeben Nutzung wird es dann aber auch recht eng …

Die Reparatur der Kriegsschäden setzte die Bauten, bis auf kleine Details, in den schönen Originalzustand zurück.
Bei der großen, denkmalgerechten Sanierung der Siedlung um das Jahr 1984 herum, wurden allerdings “Ungenauigkeiten” bei den ursprünglichen, 1929 ausgeführten, Arbeiten der damaligen Baufirmen festgestellt. Diese erhöhten 50 Jahre später die Reparaturkosten um mehrere Millionen DM – und führten zu erheblicher, langjähriger Belästigung der Bewohner durch Baumaßnahmen (die vom Architekten vorgesehenen fensterlosen Balkontüren sind – entgegen den Wünschen der Bewohner – aus Denkmalschutzgründen beibehalten worden).

Die dem Osten zugewandte Rückseite ist bei allen Zeilen recht eben gehalten und weist kaum nennenswerte Unterschiede auf: Gegliedert nur durch unterschiedlich große Fenster, selbst die Fallrohre wurden von Häring aus Kostengründen als gestaltendes Element mit einbezogen. Zudem sah er hier große, die Fassade auflösende Fenster mit einer asymetrischen Teilung vor, wobei der schmalere als Lüftungsflügel gedacht ist. Bei der Ausführung wurden gegen den Willen des Architekten mehrere Blöcke mit symetrischer Teilung der Fenster ausgeführt.
Einzig die großen Schlafzimmerfenster treten um eine Ziegelbreite aus der Wand hervor und bilden schmale vertikale Mauerstreifen.

Hier in der Siedlung musste Häring seine Ursprungspläne stark und auch innerhalb kürzester Zeit korrigieren:
Die Anzahl und Länge der Zeilen musste erhöht werden.
Der Dachbereich sollte (wie bei Scharoun, Gropius und Henning) Terrassen erhalten, musste aber als Trockenboden mit Waschzellen ausgebaut werden.
Diese Waschzellen wären im Keller eingebaut worden der dafür unten den Erdgeschossbalkonen eine andere Gestaltung bekommen hätte.
Zwischen den Zeilen sollte, an der Goebelstraße entlang, ein eingeschossiges Ladenband Einkaufsmöglichkeiten schaffen (die heutige Infostation dazu den abgerundeten Schlußbau bilden). Dieses wurde nicht errichtet.

Hugo Häring zählte zu den führenden Vertretern des “organischen” Bauens, nach dem die architektonische Form aus der Funktion heraus entwickelt werden sollte. Hans Scharoun, der in der Ringsiedlung drei sehr unterschiedliche Zeilen schuf, war einer seiner großen Mitstreiter.

Häring war zweimal verheiratet. Beide Male mit seinerzeit bekannten Schauspielerinnen.

Seit 1969 wird der Hugo-Häring-Preis für vorbildliche Bauwerke in Baden-Würthemberg verliehen.

Zum Abschluss:
Sehen alle Zeilen von Häring wirklich gleich aus? Antwort: Nein.
Wo genau der Unterschied liegt und auch warum die Läden aus den Plänen gestrichen wurden, obwohl es schon damals nicht genügend Einkaufsmöglichkeiten gab (es gibt einen plausiblen Grund dafür):
Ein Besuch in der Infostation beantwortet diese Fragen

 

Fotos:
Hugo Häring, Berliner Moderne, Zeilenbauten an der Goebelstraße, 1929-30
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